Workshopreihe “über FRIEDEN”

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Die Veranstaltungsreihe “über FRIEDEN” möchte sich mit theoretischen und praktischen Ansätzen der Friedens­arbeit auseinander setzen, die in der Konfliktforschung allzu häufig untergehen. Kennt ihr einen Ansatz, den ihr gerne für einen Workshop nach Marburg holen wollt? Wir freuen uns über Anregungen und helfende Hände! Schreibt uns einfach eine Mail: workshops((at))fuk-fachschaft.de

Die Teilnahme an den Workshops ist kostenlos und offen für alle Interessierten. Da die Finanzierung gerade noch nicht hundertprozentig steht, kann es sein, dass wir bei einigen Workshops Spenden für Referierende und/oder Kekse und Getränke sammeln.

Wintersemester 2018/19

19. Oktober

Betzavta

Lisa Hartke, Dagmar Weber

BETZAVTA („Miteinander“) kommt ursprünglich aus der israelischen Friedensbewegung und wurde Ende der 80er Jahre in Jerusalem entwickelt. Der BETZAVTA-Ansatz regt Menschen durch interaktive Methoden dazu an, in und mit einer Gruppe Erfahrungen zu wichtigen demokratischen Grundprinzipien zu machen und sie so neu und besser zu verstehen. In unserer Ausbildung zu BETZAVTA-Trainerinnen waren wir fasziniert davon, wie bei BETZAVTA immer wieder neue Erkenntnisse und Perspektiven nur aus der Reflektion des eigenen Verhaltens und des Gruppenprozesses gewonnen werden können. Im Workshop wollen wir uns durch BETZAVTA-Methoden vor allem den Themen von Mehrheiten/Minderheiten, Entscheidungsprozessen in Gruppen, Privilegien und Macht mit Euch gemeinsam nähern.

Max. Teilnehmende: 16

Verbindliche Voranmeldung bis 16.10. bitte an workshops((at))fuk-fachschaft.de

Zeit: 10-16 Uhr
Ort: Deutschhausstraße 3, Raum +1/1020

6. November

Ziviler Widerstand – ein Blick in das Forschungsfeld der Resistance Studies

Christine Schweitzer, Bund für Soziale Verteidigung

In dem Workshop, der auf dem Vortrag in der Ringvorlesung aufbaut, wird es darum gehen, sich neue und alte Studien zu gewaltfreiem Widerstand und deren Quellen (Datenbanken und Archive zu zivilem Widerstand) kennenzulernen, sich anzuschauen und zu diskutieren. Fragestellungen werden u. a. sein:

  • Wie wird Gewaltfreiheit definiert – was verstehen Akteur*innen und Wissenschaftler*innen darunter?
  • Was ist eigentlich „Erfolg“ – wie definieren die Untersuchungen etwas als Erfolg?
  • Welche Rollen spielt die Benennung von Alternativen bei der aktuellen Debatte um Aufrüstung?

Zeit: 8 – 12 Uhr
Ort: PhilFak (Wilhelm-Röpke-Straße 6), Block G, Raum 38

Anmeldungen für den Workshop bitte an workshops((at))fuk-fachschaft.de


Am Vorabend, Montag, 5.11., 18:30 – 20 Uhr, findet außerdem ein Einführungsvortrag in der Ringvorlesung Konflikte in Gegenwart und Zukunft statt:

Da hilft doch wohl nur (keine) Gewalt? – Neue Erkenntnisse über gewaltfreien Widerstand gegen Diktatur und Krieg“

Internationale Kriege, Bürgerkriege, militärische „humanitäre“ Interventionen, in Gewalt umschlagende Aufstände, Militarisierung der Polizei – Gewalt scheint der Mainstream-Politik und Öffentlichkeit beinahe unhinterfragt das „letzte Mittel“ in Konflikten zu sein. Dabei wird übersehen, dass gewaltfreie Alternativen in Geschichte und Gegenwart praktiziert wurden – und zwar mit Erfolg. Gewaltfreie Aufstände waren in den letzten einhundert Jahren doppelt so häufig erfolgreich als gewaltsame. Gewaltfreies ziviles Peacekeeping erweist sich zunehmend als Alternative zu militärischem „Schutz“ von Zivilbevölkerung. Und mit der Sozialen Verteidigung gibt es auch ein alternatives Konzept zu militärischer Verteidigung – und damit zu der gegenwärtigen Aufrüstung. In dem Vortrag soll die Erfolgsgeschichte gewaltfreien Widerstands anhand neuer Studien aus den neuen Forschungsfeld der „Resistance Studies“ dargestellt werden.

Zeit: 18:30 – 20 Uhr
Ort: Hörsaalgebäude (Biegenstraße 14), Raum +1/0010

16. November

Combatants for Peace

… sind eine binationale Friedensbewegung in Israel_Palästina. 2006 gegründet von ehemaligen israelischen Soldat*innen und ehemaligen palästinensischen Wiederstandskämpfer*innen, ist sie heute die größte, binationale Friedensorganisation in der Region.

Ihr Ziel: eine Transformation und Beilegung des Konfliktes durch gelebte Solidarität, Koexistenz und gewaltfreien Aktivismus. Die Friedenskämpfer*innen erregen Aufsehen: in kreativen Aktionen, Großveranstaltungen und konkretem, gewaltfreien Widerstand & Solidarität auf der Straße. Sie treten für ein anderes Denken im Nahostkonflikt ein: gelebte Partnerschaft durch gleiche Rechte, für mehr Menschlichkeit und einen gerechten Frieden.

Im November kommen zwei Vertreter der Bewegung, Mohammed Aweida und Elyahu Avidor, nach Deutschland – und für eine Doppelveranstaltung zu uns nach Marburg:

Die beiden ehemaligen Kämpfer berichten aus ihren persönlichen Erfahrungen und von ihrer Arbeit als Combatants for Peace. Im Rahmen des Workshops wollen wir außerdem grundsätzliche Fragen zu Gewalt und Gewaltfreiheit in diesem aufgeladenen Konfliktkontext diskutieren.

Bei Interesse und zur Anmeldung für den Workshop schreibt uns bitte an workshops((at))fuk-fachschaft.de

Zeit: 10 – 14 Uhr
Ort: Deutschhausstraße 3, Raum +1/1020


Am Vorabend des Workshops zeigt die FuK-Filmreihe die Dokumentation “Disturbing the Peace” über die CfP-Bewegung, bei dem Mohammed und Elyahu im Anschluss Fragen beantworten und mit euch diskutieren werden.

19. Januar

Was sind die vielen Frieden und was ist elicitive Konfliktransformation? - Einführung in die Innsbrucker Schule für Friedensforschung

Jana Hornberger, Friedensakademie Rheinland-Pfalz

Der eintägige Workshop stellt die zentralen Prämissen und Annahmen der Innsbrucker Schule für Friedensforschung vor und macht theoretisch sowie praktisch deutlich, was elicitive Methoden sind und wodurch sich diese von präskriptiven Ansätzen unterscheiden. Der Workshop richtet sich an Studierende der Friedens und Konfliktforschung und zeichnet sich durch einen lebendigen Wechsel aus Theorie, praktischen Übungen sowie den eigenen Erfahrungen der Dozentin und der Studierenden aus.

Bei Interesse und zur Anmeldung für den Workshop schreibt uns bitte an workshops((at))fuk-fachschaft.de

Zeit: 10 – 16 Uhr
Ort: PhilFak (Wilhelm-Röpke-Straße 6), Block B, Raum 03B06

26./27. Januar

Frieden als Handwerk: Schnupperkurs in die galtung'sche Konflikttransformation


Naakow Grant-Heyford, Galtung-Institut

Johan Galtungs vielfältige Grundlagen der Friedenstheorie schaffen einen Zugang zur Konfliktbearbeitung, dem ein detailliertes Verständnis von Frieden als Ergebnis soziologischer Interaktionsformen zugrunde liegt. Im Einklang mit bekannten kritischen Ansätzen geht Galtungs Arbeit ebenfalls auf die Notwendigkeit ein gewaltsame Negativzustände zu beheben. Galtung geht jedoch systematisch über reaktive Ansätze hinaus, indem er auf der Grundlage empirisch erhobener & gewaltaverser Kriterien konkrete meliorative Vorschläge zur Friedenskonsoldierung erarbeitet. Der Takeaway hierbei: Mit der Abwesenheit von Gewalt allein ist noch nichts über Gestalt & Gehalt des nun auszubauenden Friedens gesagt.Professionelle Konfliktbearbeitung im galtungschen Sinne verpflichtet Friedensfachkräfte demnach zu zweierlei, von einander unabhängigen aber unbedingt komplementären Aufgaben, die erst das im Studium der Friedens- und Konfliktforschung erworbene theoretische Verständnis für die Bearbeitung realer gesellschaftlicher Konflikte fruchtbar machen:

  • Erstens: Aufgaben im Bereich des Negativen Friedens, also all solcher Maßnahmen, die der Abschaffung und/oder Reduktion der Voraussetzungen und Manifestationen von Gewalt dienlich sind, und
  • zweitens: Aufgaben im Bereich des Positiven Friedens, also all solcher Maßnahmen, die der Vertiefung, Konsolidierung & Ausgestaltung friedlicher Interaktionsformen dienlich sind.

An einem zweitägigen, intensiven Workshop werden Teilnehmerinnen an zwei der berufsqualifizierenden Skillsets aus dem Ausbildungsprogramm des Galtung-Instituts für Friedenstheorie und Friedenspraxis herangeführt. Während wir am ersten Tag Analysetechniken an konkreten Fallbeispielen erproben, baut der zweite Tag hierauf mit einem partizipativen Workshop auf und erkundet Methoden der praktischen Friedensarbeit.

  • Skillset 1: Lösungsorientierte Konfliktanalyse
    denn: Wer sich – in Entscheidungssituationen – in der Gegenwarts- bzw. Sachdiagnose vertut, zeitigt daraufhin zweifelsohne zweifelhafte bis zerstörerische Lösungsvorschläge.
  • Skillset 2: Lösungsorientierte Konflikttransformation
    denn: Friedensarbeit bedeutet in der Praxis ganz konkret Streitschlichtung, Mediation, Vergangenheitsbewältigung, Versöhnungsarbeit und Zukunftsgestaltung.

Derartige Interventionen & Beratungsleistungen sind voraussetzungsvoll und bedürfen belastbarer Kenntnisse und Verfahrenssicherheit.

Die Thementage sind ein Bestandteil der Berufsqualifizierenden Ausbildung zum_zur Conflict Transformation Specialist des Galtung-Instituts und können als Einstieg in die volle Ausbildung genutzt werden, denn das Wochenende soll Teilnehmerinnen, die aus Neugierde teilnehmen inspirieren und wird Teilnehmerinnen, die am Erwerb des Conflict Transformation Specialist Certificate des Galtung-Instituts interessiert sind im Rahmen der vollen Ausbildung angerechnet.

Um am Wochenende gleich durchstarten und uns intensiv mit den Themen auseinander setzen zu können, schicken wir euch zur Vorbereitung ein wenig Einführungslektüre. Deshalb bitte unbedingt anmelden!

Anmeldeschluss: 13. Januar 2019

Anmeldungen und Rückfragen bitte einfach per Mail an uns: workshops((at))fuk-fachschaft.de

Zeit: Sa + So, jeweils ca. 9 – 17 Uhr
Ort: wird noch bekannt gegeben


Am darauffolgenden Montag (28.1.) findet zusätzlich ein Vortrag von Naakow Grant-Hayford in der Ringvorlesung Konflikte in Gegenwart und Zukunft zum Thema “Mare Monstrum oder: Wie weiter in der Flüchtlingsfrage?” statt.

 


Vergangene Veranstaltungen:

Sommersemester 2018

20. April

Gewaltfreie Kommunikation

Ein Basisworkshop

Wir möchten euch die Möglichkeit bieten, die Gewaltfreie Kommunikation (GFK) nach M. Rosenberg kennenzulernen. Der Begriff “gewaltfrei” bezieht sich bei weitem nicht nur auf körperliche Unversehrtheit. Er bezieht sich darauf, ob Bedürfnisse unberücksichtigt bleiben und übergangen werden (die eigenen und die anderer Personen). Gleichzeitig bieten die Ansätze der GFK eine gute Orientierung bei Konflikten und zahlreiche Idee auf
der Handlungs- und Haltungsebene für deren Klärung und den Weg zur Gewaltfreiheit.

Wir laden euch ein, mit uns einige Muster der Alltagssprache hinter uns zu lassen und eine andere Qualität in unseren Beziehungen zu erfahren. Dafür wollen wir wieder mehr uns Menschen, unsere Gefühle und das, was uns wichtig ist, in den Fokus rücken. Den Großteil der gemeinsamen Zeit wollen wir dabei für spielerische und interaktive Übungen nutzen.

Hier findet ihr den Veranstaltungsflyer.

Holger Klein, Kommunikationsgefährt*innen

4./5. August

Der ganze Eisberg

Konflikte lassen sich nicht nur an der Oberfläche „lösen“

Deep Democracy (oder Tiefe Demokratie) ist ein Ansatz, der sich an die Komplexität herantraut und anders an Konflikte herangeht – den ganzen Eisberg mit einbezieht. Gerade die Vielfalt und Komplexität ist der Schatz, den es zu bergen gilt und der für die Transformation von Konflikten entscheidend ist.

Max. Teilnehmende: 20

Verbindliche Voranmeldung bis 22.7. per Mail bei Daniela Pastoors.

Mehr Informationen findet ihr auf dem Veranstaltungsflyer.

Michaela Fuchs, Marcella Rowek