Fake science? Die tönernen Füße der Extremismusforschung

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Die Aktive Fachschaft Politikwissenschaft-Marburg lädt am 19.06.2017 zum Vortrag “Fake science? Die tönernen Füße der Extremismusforschung” ein. Die Veranstaltung findet um 20 Uhr im Raum G39 (G-Gang) in der Philosophischen Fakultät statt.

Die Einteilung der politischen Landschaft in gute Demokrat_innen und böse Extremist_innen ist aus aktuellen politischen Debatten kaum wegzudenken. Sicherheitsbehörden, politische Parteien, Medien u.a. orientieren sich an diesem Deutungsmuster. Die politikwissenschaftliche Extremismus-forschung, allen voran ihre Hauptprotagonisten Eckhard Jesse und Uwe Backes, hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese Unterteilung zu begründen. Dabei stehen die politischen Implikationen ihrer Analysen stark in der Kritik: Sie nehmen die “Mitte” der Gesellschaft von Kritik aus und verharmlosen neonazistische Gewalttaten.

Diese Kritikpunkte bilden aber nicht den Schwerpunkt des Vortrags. Vielmehr werden die institutionellen und definitorischen Grundlagen der Extremismusforschung in den Blick genommen. Dabei soll erstens herausgearbeitet werden, dass die Extremismusforschung als “Legitimationswissenschaft” der Sicherheitsbehörden fungiert. Zweitens wird gezeigt, dass dieser Forschungszweig basale Standards sozialwissenschaftlicher Theoriebildung missachtet. Auf dieser porösen Basis steht ein Koloss an Lehrstühlen, Zeitschriften, Jahrbüchern und Forschungsarbeiten, dessen wissenschaftlicher Anstrich bei genauerer Betrachtung beträchtliche Risse aufweist.

Der Referent Maximilian Fuhrmann studierte in Marburg Soziologie und promoviert an der Uni Bremen zur Wirkmächtigkeit des Extremismuskonzepts. Dabei geht er der Frage nach, wie die Grenze der Demokratie verhandelt wird.

Mehr Informationen gibt’s hier: https://www.facebook.com/events/1940379552904814/