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Workshop: Antisemitismus- vs. Rassismuskritik

10. Mai | 10:00 - 14:00

Referent: Floris Biskamp

Fast alle sind sich darin einig, dass man gegen Rassismus sein muss. Fast alle sind sich darin einig, dass man gegen Antisemitismus sein muss. Wird die Kritik an Rassismus und Antisemitismus aber konkret, ist es mit der Einigkeit in aller Regel vorbei.

Dann zeigt sich nicht nur, dass umstritten ist, wann überhaupt von Antisemitismus oder Rassismus zu sprechen ist. Auch geraten Antisemitismuskritik und Rassismuskritik immer wieder in direkten Konflikt miteinander. Dies gilt zum Beispiel immer wieder, wenn es um das Themenfeld Islam geht. Dann heben Antisemitismuskritiker_innen insbesondere die Gefahr hervor, die vom Antisemitismus ausgeht, der unter Musliminnen in Europa und weltweit besonders verbreitet ist – oft verhandelt unter dem Stichwort „Neuer Antisemitismus“. Entsprechend sehen sie einen besonders dringlichen Bedarf, diesen Antisemitismus öffentlich zu kritisieren. Rassismuskritiker_innen dagegen sehen im Islam in erster Linie die Religion einer rassistisch marginalisierten Minderheit im Westen und ehemaliger Kolonien im Rest der Welt. Diskussionen über islamischen oder „Neuen“ Antisemitismus gelten ihnen entsprechend als Beiträge zur weiteren Stigmatisierung und Marginalisierung dieser Minderheitenreligion, als Fortschreibung kolonialer Dämonisierung anderer Länder sowie als Reinwaschung der westlichen Mehrheitsgesellschaft.

Im Workshop wird es darum gehen, diese Konflikte zu verstehen, um einen reflektierteren Umgang mit ihnen zu ermöglichen. werden zunächst verschiedene Begriffe von Rassismus und Antisemitismus erarbeitet, um dann nachzuvollziehen, warum sie in der kritischen Praxis in Konflikt geraten, wenn es um das Themenfeld Islam geht.

 Floris Biskamp ist Politikwissenschaftler und Soziologe und arbeitet derzeit als Koordinator des Promotionskollegs „Rechtspopulistische Sozialpolitik und exkludierende Solidarität“ an der Universität Tübingen. Zu seinen Arbeitsschwerpunkten zählen politische Theorie, Gesellschaftstheorie, politische Ökonomie, Religionspolitik, Populismusforschung und Rassismusforschung. Zuletzt erschienen seine Dissertationsschrift „Orientalismus und demokratische Öffentlichkeit. Antimuslimischer Rassismus aus der Perspektive von postkolonialer und neuerer kritischer Theorie“ (transcript 2016) sowie der von ihm herausgegebene Sammelband „Ruck nach rechts? Rechtspopulismus, Rechtsextremismus und die Frage nach Gegenstrategien“ (Barbara Budrich 2017). Zudem betreibt er einen Blog.

Der Raum wird noch bekanntgegeben.

Bitte meldet euch bis zum 08.05. per E-Mail an workshop[at]fuk-fachschaft.de an.

Details

Datum:
10. Mai
Zeit:
10:00 - 14:00
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